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Von: Thomas Römer
08.06.2015

Sternsinger unterstützen Friedensprozess

Hoffnungszeichen für den Südsudan

Die Steine stammen aus zerstörten Kirchen im Land und werden in das fertige Friedenszentrum integriert. (Foto: Bruder Hans Eigner / Projektpartner des Kindermissionswerks)

Aachen. Mit 172.000 Euro unterstützt das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ die Friedensarbeit in dem von Unruhen und Bürgerkrieg geprägten Südsudan. Mehr als zwei Millionen Menschen sind seit dem Ausbruch der Unruhen im Dezember 2013 auf der Flucht – die Leidtragenden sind vor allem die Kinder. Am vergangenen Montag war ein vierjähriges Mädchen bei einem Bombenangriff auf ein vom Kindermissionswerk unterstütztes Krankenhaus getötet worden.

Der deutsche Comboni-Missionar Hans Eigner, der seit 2014 im Südsudan lebt, glaubt zwar nicht an eine schnelle Lösung des Konflikts, doch die Hoffnung auf Frieden gibt er nicht auf. Der gelernte Bauingenieur plant und koordiniert im Auftrag der katholischen Ordensgemeinschaft den Bau eines großen Friedenszentrums, das sechs Kilometer entfernt von der südsudanesischen Hauptstadt Juba entstehen wird.

Ein Projekt mit großer Symbolkraft

Das Zentrum soll eine Begegnungsstätte für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen werden. Auch Bildungsangebote oder Programme zur Traumabewältigung sind geplant. Für Stefanie Frels, zuständige Länderreferentin im Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, hat das Zentrum enorme Symbolkraft. Da die Politik im Land versage, spiele die Kirche eine sehr wichtige Rolle: „Die Kirche hat die Menschen durch beide Bürgerkriege begleitet und ihnen immer wieder Hoffnung gegeben. Das Zentrum wird ein Zentrum des Ankommens, der Einkehr sein, aber auch ein Zentrum des Austauschs zwischen verfeindeten Volksgruppen. Es wird eine offene Plattform bieten für alle Menschen, die Hilfe suchen und die fest darauf vertrauen, dass man ihnen ernsthaft zuhört, und für die, die der Politik den Rücken gekehrt haben.“

Kinder sind die Hoffnungsträger

„Die Kinder spielen dabei eine ganz besondere Rolle“, sagt Bruder Hans. „Bei Kindern stellt man immer wieder fest, dass sie nicht notwendigerweise diesen Weg wählen und wie ihre Väter im Krieg leben wollen, und darauf setzen wir.“ Dass die Unterstützung aus Deutschland selbst von Kindern und Jugendlichen kommt, freut ihn außerordentlich. „Die Sternsinger können sicher sein, dass sie an einem Friedensprozess in einer Weltkrisenregion mitarbeiten. Und das ermutigt mich auch, an der Sache dranzubleiben.“

Rund 902 Millionen Euro, fast 67.000 Projekte Die finanziellen Mittel für die Hilfe stammen aus der Aktion  Dreikönigssingen, die gemeinsam vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragen wird. Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als 902 Millionen Euro wurden seither gesammelt, fast 67.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt.